Das Bienenvolk (oder der ‚Bien‘)

Ein Volk von Honigbienen, auch Bien genannt, besteht zur Hochsaison Mitte Mai aus bis zu 50.000 Bienen. Was auf den ersten Blick wie ein heilloses Durcheinander wirkt, ist in Wahrheit ein durchorganisierter Superorganismus, in dem sich alle bedingungslos hinter ein Ziel stellen, das Überleben des Bienenvolks zu sichern.

Alle Mitglieder des Staates, ob Königin, Arbeiterinnen oder Drohnen, haben dabei eine klare Rollenverteilung.

Da das Zusammenwirken der vielen tausend Bienen so perfekt wirk und scheinbare jede einzelne Biene genau weiß, was sie zu tun hat, wirkt das ganze Bienenvolk wie eine geschlossene Ordnung, wie einzelner Organismus.

 

Die Arbeiterinnen

Der weitaus größte Teil der Bienen in einem Stock sind die Arbeiterinnen.

Jede von ihnen wächst in einer Wabenzelle in nur 21 Tagen aus einem winzig kleinen Ei heran und  beginnt unmittelbar nach dem Schlupf ihrem Namen sprichwörtlich gerecht werden: arbeiten bis zum Umfallen! In den sechs Wochen ihres Sommerlebens – im ruhigeren Winter wird sie älter – übernimmt sie in Abhängigkeit vom Alter beinahe alle wichtigen Aufgaben im Stock.

Als junge Biene bleibt sie zunächst bis zu drei Wochen im Stock, putzt die Zellen, nimmt den Sammelbienen Nektar und Pollen ab, füttert damit Alt- und Jungmaden, baut neue Waben aus Wachs, reguliert die Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Stock und wird schließlich zur Wachbiene am Stockeingang. Erst in der zweiten Lebenshälfte ist sie vorrangig Sammelbiene im Außendienst, sucht die Umgebung nach Nektar, Blütenstaub (Pollen) und Wasser ab.

Der Drohn

Drohnen sind männliche Bienen, die im Gegensatz zu den Arbeiterinnen aus einem unbefruchteten Ei heranwachsen. Ihre einzige Lebensaufgabe besteht darin, eine junge jungfräuliche Bienenkönigin zu befruchten.

Drohnen beteiligen sich an keinen anderen Arbeiten im Bienenstock und werden sogar von den Arbeiterinnen gefüttert. Aber nicht für ewig!

Da die Bienen ab ca. Mitte Juli keine weiteren Jungköniginnen heranziehen, braucht es ab diesem Zeitpunkt auch keine Drohnen mehr und es beginnt die sogenannte „Drohnenschlacht„, bei der die Arbeiterinnen alle Drohnen aus dem Bienenstock vertreiben, wo sie verenden.

Die Bienenkönigin

Ohne die Bienenkönigin gibt es kein Bienenvolk. Doch anders als der Name vermuten lässt, regiert sie das Volk nicht. Wie jede andere Biene eines Staates hat die Bienenkönigin Aufgaben zu erfüllen, in dem Fall das Legen von Eiern.

Um das zu können, fliegt sie am Anfang ihres Lebens auf den sogenannten Hochzeitsflug, wo sie von zehn bis Drohnen begattet wird. Der dabei übergebenen Spermienvorrat muss ein Leben lang halten.

In der Hochzeiten der Volksentwicklung im Mai / Juni legt eine Königin bis zu 2000 Eier am Tag. Das beträgt fast doppelt soviel wie ihr eigenes Körpergewicht.

Der Bienenschwarm

Der Bienenschwarm ist die natürliche Form eines Bienenvolkes, sich zu vermehren. Ab  ca. Mitte  Mai teilt sich das Bienenvolk und die Hälfte der Bienen schwärmt aus, um sich eine neue Behausung zu suchen. Meist lässt sich der Schwarm für ein paar Stunden in der Nähe an einem Ast nieder, bis Kundschafterbienen ein neues Zuhause gefunden haben.

Es ist ungeheuer beeindruckend, wenn bis zu 20.000 Bienen gleichzeitig als Wolke den Himmeln verdunkeln!

Falls Sie einen Schwarm sehen, bitte rufen Sie uns unter
0172/211 5985
an.
Der Bienenschwarm wird ohne Betreuung mit großer Wahrscheinlichkeit sterben

Die Varroa-Milbe

Die Varroamilbe sorgt in einer Imkerei für einen zunehmenden Verlust an Bienenvölker. Die Milben befallen hauptsächlich die Brut der Bienenvölker, in dem sie sich in die Brutzellen einnisten und die Brut schädigen.

Durch das Aussaugen verbreitet die Varroamilbe auch Krankheiten im Bienenvolk. Tote und fehlgebildete Bienen sind das Resultat.

Imker versuchen im Jahresverlauf mit verschiedenen Methoden den Varroadruck des Volkes zu mindern. Bekannte Methoden sind die Ameisensäure- und Oxalsäurebehandlung.

Alle Imker müssen mit diesem Schädling leben. Wir hoffen das die Forschung in naher Zukunft Wege findet, um diesen Schädling besser zu bekämpfen oder sogar auszurotten.