Warum gibt es flüssigen und cremigen Honig?

Honig besteht im Unterschied zu Haushaltszucker aus vielen verschiedenen Zuckerarten. Je nach besuchten Pflanzen finden sich im Honig u.a.  Rohrzucker (Saccharose), Fruchtzucker (Fruktose) und Traubenzucker (Glukose). Der Rohrzucker  wird dann später durch die Enzyme der Biene zu Fruchtzucker und Traubenzucker gespalten.

Diese Zuckerarten werden anders verdaut als der Haushaltszucker. Traubenzucker gelangt z.B. über den Darm schnell ins Blut, während Fruchtzucker und Mehrfachfachzucker verzögert aufgenommen werden. Der Blutzuckerspiegel steigt und sinkt nach dem Honigverzehr daher nicht so abrupt wie nach “normalen” Süßigkeiten, sondern langsamer. Das ist ernährungsphysiologisch günstiger.

Honig hat im Vergleich zu Haushaltszucker auch weniger Kalorien. Im Zucker kommen auf 100 Gramm etwa 380 Kilokalorien – Honig hingegen kommt auf nur rund 300 Kilokalorien je 100 Gramm. Da Honig aber aufgrund des höheren Fruktoseanteils wesentlich süßer schmeckt, benötigt man zum Süßen von Speisen weniger und kann weitere Kalorien einsparen.

Ob ein Honig schnell fest wird oder flüssig bleibt hängt vom Fruktose/Glukose-Verhältnis im Honig ab.

Honige mit einem hohen Glukose­gehalt wie z.B. Rapshonig werden schneller fest, Honige mit einem niedrigen Glukose­gehalt wie Robinien- oder Rapshonig bleiben bis zu einem Jahr flüssig.

Damit man bei einem schnell fest werden Honig nicht nur einen harten Brocken im Glas hat, rührt der Imker den Honig während der Kristallisationsphase, damit er schön feincremig wird, so wie viele ihn mögen.